Vor allem die Wirkungen im Gehirn erscheinen gefährlich: "Glutamat ist ein
Nervenzellgift", sagt der Heidelberger Alzheimerforscher Konrad Beyreuther: "Zu
viel Glutamat bringt uns um den Verstand." Bedroht sind vor allem Freunde von
Fertigkost: Glutamat findet sich in Hühnersuppen, Rindsbouillon und
Spaghetti-Gerichten, in Schinken und Wurst, aber auch in Knabbersachen wie
Chips. Doch die Nahrungsindustrie und auch die Zulassungsbehörden sind von der
Unbedenklichkeit des Stoffes überzeugt und stützen sich dabei auf Studien, die
von der Herstellerlobby lanciert wurden. Glutamat ist zwar vielen
Nahrungsmitteln natürlich gegeben - schon Muttermilch enthält es - und im
Gehirn dient er als lebensnotwendiger Botenstoff. Doch gerade dies gibt
Kritikern Anlass zur Sorge. Wenn Glutamat im Gehirn bei wichtigen
Steuerungsfunktionen mitwirkt, dann könnten die Extraportion aus der
Industrienahrung diese stören: Appetitkontrolle und Körperwachstum,
Aufmerksamkeit und Lernvermögen, Sehkraft und Sexualfunktionen.
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