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Erika Fuchs - die langjährige Micky-Maus Übersetzerin ist gestorben

Die deutsche Autorin und Übersetzerin Eika Fuchs ist im Alter von 98 Jahren in München gestorben. Die promovierte Kunsthistorkerin war erste Chefredakteurin des "Micky-Maus"-Magazins und übertrug Carl Barks' Geschichten rund um Donald, Micky und Dagobert ins Deutsche.



Erika Fuchs war die große und lange Zeit die einzige Übersetzerin der Disney-Comics. Sie war das Beste, was den Micky-Maus-Heften passieren konnte - und der Nachkriegsgeneration ebenso. Denn wenn den amerikanischen Geschichten aus dem Hause Walt Disney, insbesondere den interessanteren über die Familie Duck, etwas fehlte, dann war es eine kongeniale Sprache. Und wenn es der deutschsprachigen Kinder-und Jugendlichenkultur jener Jahre an etwas mangelte, dann waren es antiautoritäre, nicht restaurative Identifikationsmodelle, die Spaß machten und deren Vielschichtigkeit im Ausdruck in späteren Jahren zusätzliches Vergnügen bereitete - was sich in Heerscharen erwachsener Fans niederschlug.

Erika Fuchs' Leistung geht weit über die bekannten Sprachmalereien à la Ächz! und Grübel! hinaus. Sie bestand vor allem darin, den durchschnittlich umgangssprachlichen Jargon des Originals in einen sozial und stilistisch differenzierten, im Zweifelsfall auch witzigeren Kosmos zu übertragen, dabei auf einen liberalen, antimilitärischen und nicht autoritären Grundton zu achten - und Amerikanismen wie Halloween oder den Thanksgiving-Truthahn einzudeutschen.

Nur ein kleines Beispiel aus der persönlichen Favoriten-Kiste: Wenn die Beagle-Boys sich im Original über einen brechenden Damm mit den Worten freuen: "Wie ferner Donner" - "Oder Feuerwerk am 4. Juli", sagt im Deutschen ein "Panzerknacker" (natürlich auch eine Fuchs'sche Schöpfung) zum anderen: "Hört sich an wie fernes Donnergrollen" und bekommt zur Antwort: "Werd nicht poetisch, Ede, die Pinke kommt." Für derlei liebten sie - natürlich zunächst unbekannterweise, denn sie wurde nur im klein gedruckten Impressum geführt - die Leser. Sie hielten ihr die Treue bis heute, wo sie in Chefetagen sitzen und in Werbeagenturen, in Literaturen (das ihr 2001 einen Titel widmete) und im FAZ-Feuilleton, das seine Titel und Bildunterschriften regelmäßig mit Fuchs-Zitaten anreichert.

Mehr unter http://derstandard.at/?url=/?id=2026818

 
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