Erika Fuchs war die große und lange Zeit die einzige Übersetzerin der Disney-Comics. Sie war das Beste, was den Micky-Maus-Heften passieren konnte - und der Nachkriegsgeneration ebenso. Denn wenn den amerikanischen Geschichten aus dem Hause Walt Disney, insbesondere den interessanteren über die Familie Duck, etwas fehlte, dann war es eine kongeniale Sprache. Und wenn es der deutschsprachigen Kinder-und Jugendlichenkultur jener Jahre an etwas mangelte, dann waren es antiautoritäre, nicht restaurative Identifikationsmodelle, die Spaß machten und deren Vielschichtigkeit im Ausdruck in späteren Jahren zusätzliches Vergnügen bereitete - was sich in Heerscharen erwachsener Fans niederschlug.
Erika Fuchs' Leistung geht weit über die bekannten Sprachmalereien à la Ächz! und Grübel! hinaus. Sie bestand vor allem darin, den durchschnittlich umgangssprachlichen Jargon des Originals in einen sozial und stilistisch differenzierten, im Zweifelsfall auch witzigeren Kosmos zu übertragen, dabei auf einen liberalen, antimilitärischen und nicht autoritären Grundton zu achten - und Amerikanismen wie Halloween oder den Thanksgiving-Truthahn einzudeutschen.
Nur ein kleines Beispiel aus
der persönlichen Favoriten-Kiste: Wenn die Beagle-Boys sich im Original über
einen brechenden Damm mit den Worten freuen: "Wie ferner Donner" - "Oder
Feuerwerk am 4. Juli", sagt im Deutschen ein "Panzerknacker" (natürlich auch
eine Fuchs'sche Schöpfung) zum anderen: "Hört sich an wie fernes Donnergrollen"
und bekommt zur Antwort: "Werd nicht poetisch, Ede, die Pinke kommt." Für derlei
liebten sie - natürlich zunächst unbekannterweise, denn sie wurde nur im klein
gedruckten Impressum geführt - die Leser. Sie hielten ihr die Treue bis heute,
wo sie in Chefetagen sitzen und in Werbeagenturen, in Literaturen (das ihr 2001
einen Titel widmete) und im FAZ-Feuilleton, das seine Titel und
Bildunterschriften regelmäßig mit Fuchs-Zitaten anreichert.

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