In seinem Film behauptet der "Titanic"-Regisseur unter anderem, Jesus Christus sei in einer vor 17 Jahren im Jerusalemer Stadtteil Talpiot entdeckten Grabhöhle bestattet worden - an der Seite seiner angeblichen Frau Maria Magdalena und eines gemeinsamen Sohnes namens Judah.
Auf einer Pressekonferenz am Montag in New York bestritt Cameron, mit seinem Film die Grundlagen des christlichen Glaubens in Frage zu stellen. Anhand von DNA-Analysen zeige der Film vielmehr "zum ersten Mal greifbare, physische Beweise" für die Existenz Jesu und stütze dadurch die biblische Erzählung.
Der Film mit dem Titel "The Lost Tomb of Jesus" ("Das verlorene Grabmal Jesu") stützt sich auf Analysen der Grabhöhle von Talpiot, die im März 1980 bei Bauarbeiten entdeckt wurde. In der Höhle wurden zehn steinerne Gebeinkästen (Ossuarien) gefunden, in denen zur Zeit Jesu die Überreste von Verstorbenen bestattet wurden. Unbestritten ist, dass fünf der Steinsärge Aufschriften mit Namen aus dem Neuen Testament tragen. Darauf ist unter anderem zu lesen: "Jesus, Sohn von Joseph", zwei Mal der Name "Maria", "Judah, Sohn von Jesus", sowie "Matthäus".
Jesus und Maria ein Ehepaar?
Cameron und sein Mit-Regisseur Simcha Jacobovici ließen Überreste von Erbgut (DNA) aus dem Jesus-Sarg sowie aus dem Sarg, den sie Maria Magdalena zuordnen, von einem Speziallabor an der Lakehead-Universität in Kanada analysieren.
Die Untersuchung ergab, dass beide nicht verwandt waren. Da in Grabhöhlen normalerweise Familienangehörige bestattet wurden, folgerten die Filmautoren, dass Jesus und Maria ein Ehepaar gewesen sein könnten. Judah wäre demnach ihr Sohn. "Ich bin kein Archäologe oder Bibelforscher", sagte Cameron. "Aber als Dokumentarfilmer darf ich nicht davor zurückscheuen, die Wahrheit zu sagen."
Der anerkannte israelische Archäologieprofessor Amos Kloner wies diese Schlussfolgerungen als völlig haltlos zurück. "Man kann nicht einfach eine religiöse Erzählung nehmen und versuchen, sie in Wissenschaft umzuwandeln", sagte er der Nachrichtenagentur AFP.
Er gehe weiter davon aus, dass die Grabkammer von Talpiot die Überreste einer wohlhabenden Familie aus dem ersten vorchristlichen Jahrhundert enthalte. Die Namensgleichheit mit Figuren des Neuen Testaments sei rein zufällig. "Hier liegt kein Beweis vor", sagte er. "Diese Namen waren zu jener Zeit sehr beliebt und häufig."
In den USA läuft der Film am 4. März im "Discover Channel", ProSieben will den Streifen bei uns an Karfreitag senden.
Quelle: RP-Online
http://www.rp-online.de:80/public/article/aktuelles/wissen/umwelt/ 411932

Österreich
Diese Seite per Email weiter empfehlen
Druckversion
Newsletter abonnieren





