Das gemeinsame Projekt des Bundesministeriums, des Deutschen Bundesjugendrings und der Bundeszentrale für politische Bildung will mit diesem Konzept der Shell-Studie von 2002 entgegen wirken, in der sich nur etwa ein Drittel der Kinder und Jugendlichen selbst als politisch interessiert bezeichnet. Immer mehr Jugendliche stehen demokratischen Institutionen, Parteien und Repräsentanten gleichgültig oder gar ablehnend gegenüber. Daher soll die neue Initiative, die bisher rund 6.000 engagierte Jugendliche in knapp 200 Projekten verzeichnet, die Stabilität des demokratischen Gemeinwesens sichern. Darüber hinaus sollen nicht nur die Jugendlichen für die Durchsetzung eigener Belange motiviert werden, sondern sie sollen auch durch vielfältige Qualifikationsmöglichkeiten Erwachsene sowie Entscheidungsträgerinnen und -träger sensibilisieren und mobilisieren.
Ein Element von "Projekt P" ist die Initiative "Come in Contract - Verhandeln auf gleicher Augenhöhe". Dabei treffen Jugendliche mit Politikerinnen und Politikern Vereinbarungen über bestimmte Dinge - von dem Bau eines Freizeitzentrums bis hin zu einer Kampagne gegen Ausländerfeindlichkeit. Das Besondere dabei ist, dass zwischen den beteiligten Politikern und den Jugendlichen ein richtiger Vertrag abgeschlossen wird, in dem sich die Politikschaffenden dazu verpflichten, das Vorhaben tatkräftig zu unterstützen.
Der Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, Thomas Krüger, erkennt in ersten Umfragen die Anzeichen für eine Trendwende: "Engagement ist in, reiner Konsumismus ist out", fasst er seine Beobachtungen zusammen. Nach seiner Einschätzung wird die Gruppe der Jugendlichen, die sich engagieren will, wieder größer.
Oberstes Ziel von "Projekt P" ist jedoch, Deutschland kinder- und jugendfreundlicher zu machen. Im Mittelpunkt des nationalen Aktionsplanes und der Förderung des Engagements stehen die Themen Bildung, Gewaltverzicht, Gesundheit und Umwelt, Soziale Gerechtigkeit, Mitwirkung und Internationales. Angesprochen sind Kinder und Jugendliche im ganzen Bundesgebiet zwischen zwölf und 21 Jahren. Vom 10. bis 12. Juni 2005 werden alle Projekte, Erfahrungen und Ergebnisse bei einem mehrtägigen "Festival der politischen Partizipation" in Berlin zusammen geführt und präsentiert.
Weitere Informationen unter http://www.bmfsfj.de und http://www.projekt-p.de

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