Die als "G1.9+0.3" bezeichneten Überreste der Sternenexplosion fanden die Wissenschaftler um Stephen Reynolds von der North Carolina State University mit Hilfe des Very-Large-Array-Radioteleskops in den USA und des Röntgen-Weltraumteleskops Chandra. Über ihre Ergebnisse berichten sie in der Fachzeitschrift "Astrophysical Journal Letters".
Supernovae entstehen, wenn Sterne am Ende ihres Lebens explodieren. Für kurze Zeit erhöht sich ihre Leuchtkraft dabei um einen Faktor von mehreren Milliarden. Daher können sie sogar mit bloßem Auge von der Erde aus beobachtet werden, wenn sie nicht in einer zu großen Entfernung auftreten. Die Überreste dieser Explosionen sind noch länger mit Teleskopen am Himmel zu sehen. In unserer Galaxie, der Milchstraße, sind 250 derartige Formationen bekannt. Die bis dato jüngste hatte ein Alter von etwa 340 Jahren.
Auch beim Himmelsobjekt "G1.9+0.3" handelt es sich um die Überreste einer Supernova, fanden die Forscher durch den Vergleich zweier Aufnahmen heraus. Zwischen Bildern von 1985 und 2007 bestand ein deutlicher Unterschied: "G1.9+0.3" war im Laufe von zwei Jahrzehnten erheblich expandiert. Das Objekt müsse also noch sehr jung sein, schlossen die Forscher daraus. Sie nahmen es genauer unter die Lupe und stellten fest, dass die Supernova-Überreste höchstens 150 Jahre alt sind. Sichtbar war die Supernova allerdings nicht, als sie im 19. Jahrhundert stattfand - große Mengen von interstellarem Staub und Gas verdeckten den Explosionsort im Sternbild Schütze. Erst mit den heutigen Röntgen- und Radioteleskopen ist die Erforschung der Überreste möglich.
Derart junge Reste einer Supernova ermöglichen Astronomen neue Einblicke in die Entwicklung dieser Explosionen. Stephen Reynolds erklärt: "Diese Supernova wird noch immer heller, sie ist noch auf dem Weg nach oben. Indem wir sie untersuchen, können wir riesige Wissenslücken auffüllen." Sein Kollege Dave Green von der Universität Cambridge ergänzt: "Da sich 'G1.9+0.3' so schnell ausbreitet, werden wir ihre Entwicklung in den nächsten Jahren verfolgen können."
Quelle: RP-Online

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