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Grenzen aus vielerlei Sicht

370 Kinder und Jugendliche erleben im Kino fremde Länder / Veranstalter unzufrieden mit der Resonanz - Von Klaus Schlupp - Grenzen fallen und werden aufgebaut. Grenzen bilden den roten Faden der vom sächsischen Kinder- und Jugendfilmdienst ausgerichteten 2. Europäischen Filmwochen, die in der vergangenen Woche im Palast-Theater Görlitz gastierten.



Statt in der Schule Vokabeln zu pauken saßen die Jugendlichen im Kino. Schüler aus Görlitz und Umgebung fühlten sich mit Hilfe des russischsprachigen Films ?Lilija 4 ever? in die fremde Sprache ein. Das für den Oskar nominierte Werk ist der Höhepunkt der noch bis zum 7. Mai in verschiedenen Städten Sachsens, Sachsen-Anhalts und Thüringens stattfindenden 2. Europäischen Filmwochen. Ziel ist es, das Bewusstsein für den Formenreichtum des europäischen Films zu schärfen.

Nicht nur Hollywood macht Filme. Die gezeigten Filme behandeln die vielen Grenzen zwischen Kulturen, Ländern, Kindheit und Erwachsenwerden oder Grenzen als Bewährungsprobe für Freundschaften.

370 Schüler sahen das hochkarätige Programm, eine Zahl, die den Kinder- und Jugendfilmdienst nicht unbedingt zufrieden stellt. So konnten nur sieben von 16 Filmen gezeigt werden. Angesichts der massiven Werbung in den Schulen habe man sich bis zu tausend Zuschauer erhofft, so Klaus Mehnert von der Görlitzer Regionalstelle des Jugendfilmdienstes. Immerhin können die angebotenen teilweise fremdsprachigen Filme eine große Hilfe für den Unterricht sein. Die Schüler erleben das Land mit allen Sinnen und nicht nur aus trockenen Büchern.

Die Schüler des Bautzener Schiller?Gymnasiums nahmen ?Lilija 4 ever? positiv auf. ?Das ist nicht kitschig, sondern authentisch. Besonders gefallen hat mir, wie die Desillusionierung der Heldin gezeigt wird?, so die 17-jährige Caroline. Den Selbstmord der Heldin sieht die gleichaltrige Doreen als einzig mögliche Konsequenz aus deren Situation. Kritischer sahen den Film hingegen die Lehrerinnen, denen das gezeigte Russlandbild zu negativ war: ?Das ist nicht der Alltag, Russen lieben normalerweise ihre Kinder.?

Zwei achte Klassen der Görlitzer Gymnasien sahen das in Cannes ausgezeichnete Road-Movie ?Gestohlene Kinder?. Der Ethik?Lehrer Steffen Krebs vom Annen-Gymnasium behandelt ihn im Rahmen der Themen ?Erwachsen werden? und ?Obrigkeiten?. ?Dieser Film bietet Diskussionsstoff?, so der Lehrer.

Trotz alterstypischer Unruhe im Kinosaal interessierte der Film die Achtklässler, wenn auch die 14-jährige Viviane das offene Ende nicht schön fand. Aber: Das Lernen mit Filmen macht Spaß, und es gilt das Wort des achtjährigen Dominik, der mit seiner Klasse den Kinderfilm ?Kleine Helden? besuchte: ?Hauptsache schulfrei!?.

Quelle:
http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=594019

 
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