Neues aus der Wissenschaft
Jüngstes Tsunami-Erdbeben dreimal
stärker als gedacht
Evanston (USA)-Das Tsunami-Erdbeben vom 26. Dezember des
vergangenen
Jahres war drei Mal heftiger als Forscher bislang angenommen
haben. Es
hatte eine Stärke von 9,3 auf der Richterskala – und nicht, wie
bisherige Messungen ergeben hatten, eine von 9,0. Nach diesen neuen
Berechnungen US-amerikanischer Geologen ist es damit das zweitstärkste
Erdbeben, das jemals aufgezeichnet wurde. Das erklärt auch die enorm
zerstörerische Kraft der von dem Unterseebeben ausgelösten Flutwelle im
Indischen Ozean, berichtet die Northwestern University in Evanston.
„Die
Bruchzone war weitaus größer als zuvor angenommen“, erläutert Seth
Stein
von
der Northwestern University. Die ursprünglichen Kalkulationen
zogen
außerdem
nicht die langsameren Bewegungen der Platten zueinander
in Betracht, bei
denen die Verwerfung durch Nachbeben noch langsam
weiter verrutscht. „Die
dadurch entstehende zusätzliche Energie hat über
die 1.200 Kilometer lange
Bruchzone hinweg eine entscheidende Rolle bei
der Entstehung des Tsunamis
gespielt“, so Stein. Das bislang stärkste
verzeichnete Erdbeben war in
Chile
am 22. Mai 1960 und hatte eine Stärke
von 9,5 auf der
Richterskala.
Gemeinsam mit seinen Kollegen hatte Stein die Seismogramme des
Dezember-Bebens erneut analysiert. Dazu verwandten die Geologen
Techniken, die sie bereits vor 30 Jahren während ihrer Doktorarbeit
entwickelt hatten. Bisher hatten sie die Methoden allerdings nicht
nutzen können, da derart starke Beben äußerst selten vorkommen. Erst mit
den Aufzeichnungen des Sumatra-Erdbebens auf modernen Seismometern
standen den Geologen entsprechende Daten zur
Verfügung.
ink:
Northwestern University: http://www.northwestern.edu
Quelle:Pressemeldung der Northwestern
University
Wissenschaft aktuell


Österreich
Diese Seite per Email weiter empfehlen
Druckversion
Newsletter abonnieren






