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Neues Bildungsangebot zur deutsch-deutschen Geschichte zum Schuljahresbeginn

Berlin, 28. August 2007 – Speziell für Schulklassen hat die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde Arbeitsmaterialien zu deutsch-deutschen Flüchtlingsbiografien entwickelt. Die Materialien bieten Schülerinnen und Schülern in Berlin und Brandenburg Gelegenheit, sich im neuen Schuljahr in Projekten intensiv mit der Geschichte der beiden deutschen Teilstaaten auseinanderzusetzen.



Die Erinnerungsstätte erweitert mit dem neuen Angebot ihr museumspädagogisches Programm zu Ursachen, Verlauf und Folgen der Fluchtbewegung aus der DDR.



„In der Projektarbeit und auch im Unterricht ist die Auseinandersetzung mit der DDR-Geschichte und der Beziehungsgeschichte der beiden deutschen Staaten oft unterbelichtet. Die individuellen Lebensgeschichten der Flüchtlinge, ihre Erlebnisse und Erfahrungen in Ost und West eröffnen jungen Menschen einen anschaulichen Zugang zu diesem Thema“, lobt Wilfried Seiring, ehemaliger Leiter des Berliner Landesschulamts, die Materialien für die biografische Spurensuche. 1957 als junger Student aus der DDR geflohen, hat Seiring selbst beide Seiten der Grenze kennen gelernt.



Manfred Schmitz, stellvertretender Vorsitzender des Berliner Geschichtslehrerverbandes und Mitarbeiter der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung, bekräftigt: „Die Biografien der Flüchtlinge und Übersiedler aus der DDR führen eindrücklich vor Augen, wie sehr die Geschichte Ost- und Westdeutschlands miteinander verwoben war – auf der persönlichen wie auf der politischen Ebene. So lernen Schülerinnen und Schüler, die Jahre der Teilung und die Aufarbeitung des SED-Regimes als gemeinsame Geschichte und als gemeinsame Aufgabe heute zu begreifen.“

 


Die Vermittlung an die nachfolgende Generation ist zentrales Anliegen der Erinnerungsstätte Not-aufnahmelager Marienfelde. „Das breite Spektrum an Themen und Materialien in der Dauerausstellung – von den Fluchtursachen bis zu den Herausforderungen bei der Integration – eröffnet vielfältige Zugänge zur deutschen Nachkriegsgeschichte bis 1990. Außerdem bieten sich zahlreiche Anknüpfungspunkte für aktuelle Fragestellungen“, erläutert die Bildungsreferentin Kathrin Zinkmann. Das nun vorliegende Angebot richtet sich an Schüler der Jahrgangsstufen neun bis elf. Als nächstes wird ein Projektangebot für die Oberstufe erarbeitet, das die Bundesrepublik als Einwanderungsgesellschaft thematisiert. Neben den Schülerprogrammen bietet die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde regelmäßig Lehrerfortbildungen an.



Pressekontakt:
Kathrin Zinkmann, Bildungsreferentin
Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde
Marienfelder Allee 66-80
12277 Berlin
Tel.: 030 - 756 57 394
E-Mail: k.zinkmann@notaufnahmelager-berlin.de

 

Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde

Rund vier Millionen Menschen verließen zwischen 1949 und 1990 die DDR in Richtung Bundesrepublik; 1,35 Millionen von ihnen passierten das 1953 gegründete Notaufnahmelager Marienfelde. Ihre Biografien sind ebenso wie die Konflikte des Kalten Krieges mit diesem Ort verbunden.



Heute erinnert die Ausstellung „Flucht im geteilten Deutschland“ an dieses zentrale Kapitel deutscher Geschichte und deutscher Lebensgeschichten. In sieben Themenräumen spannt sie den Bogen von der Entscheidung zum Verlassen der DDR bis zur gesellschaftlichen Eingliederung in die Bundesrepublik. Sie zeigt, wie es den Menschen trotz Kontrolle, Gewalt und Repression der DDR-Regierung gelang, Grenze und Mauer zu überwinden und im Westen neu zu beginnen. Besonderes Augenmerk gilt dem Geschehen in Marienfelde: dem Notaufnahmeverfahren, dem Leben im Aufnahmelager und der Bespitzelung von Flüchtlingen durch die Staatssicherheit. Thema eines eigenen Raumes sind Flucht und Ausreise im Spiegel der Kunst.



Systematisch setzt die Ausstellung wichtige politische Entwicklungen mit persönlichen Erfahrungen der Flüchtlinge und Übersiedler in Beziehung. Sie stellt Einzelbiografien und Fallbeispiele vor und lässt an vielen Audio- und Videostationen Zeitzeugen zu Wort kommen.



Am Ende des Ausstellungsrundgangs gibt eine rekonstruierte Flüchtlingswohnung aus den 1950er Jahren einen Eindruck von den Lebensumständen im Notaufnahmelager.



Neben der ständigen Ausstellung bietet die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde regelmäßig Sonderausstellungen sowie ein vielfältiges Veranstaltungs- und Bildungsprogramm.



Im Juni 1998 stufte der Deutsche Bundestag die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde als Gedenkstätte von gesamtstaatlicher Bedeutung ein.


http://www.openpr.de/news/154557/Neues-Bildungsangebot-zur-deutsch -deutschen-Geschichte-zum-Schuljahresbeginn.html


 
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