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Rätsel um Kugelblitze gelöst

London (RPO). Kugelblitze galten lange Zeit als Mysterium. Jetzt scheint das Rätsel gelöst: Wissenschaftler konnten im Labor mit relativ einfachen Mitteln Lichtkugeln erzeugen, die den sagenumwobenen Erscheinungen stark ähneln. Die Geschosse von der Größe eines Tischtennisballs hatten eine bläulich-weiße oder orange-weiße Färbung und schwebten bis zu acht Sekunden im Labor umher.



Damit hatten sie eine hundertmal längere Lebensdauer als zuvor künstlich erschaffene Feuerbälle und erreichten so den beobachteten Durchschnittswert natürlicher Kugelblitze. Die Experimente des Teams um Antonio Pavao und Gerson Paiva von der Universität von Pernambuco in Brasilien unterstützen eine Theorie, nach der Kugelblitze durch einen Blitzeinschlag ins Erdreich entstehen. Von den Ergebnissen berichtet das Wissenschaftsmagazin "NewScientist".

 

Die Erklärungen für die mysteriösen Feuerbälle sind vielfältig und reichen von Wolken aus ionisiertem Gas, dem so genannten Plasma, bis hin zu winzigen schwarzen Löchern, die noch aus den Zeiten des Urknalls stammen sollen. Die brasilianischen Physiker überprüften eine Theorie, nach der Kugelblitze entstehen, wenn ein Blitz ins Erdreich trifft und Siliziumoxid in Siliziumdampf verwandelt. Das abkühlende Silizium verdichtet sich dann zu einem so genannten Aerosol, einem Gemisch aus schwebenden Teilchen, das sich durch Ladungen auf der Oberfläche zu einem Ball organisiert. Die Oxidation des Siliziums durch Luftsauerstoff bringt diesen Ball schließlich zum Glühen.

 

Um diese Theorie zu überprüfen, platzierten die Wissenschaftler 0,3 Millimeter dünne Scheiben aus Silizium zwischen zwei Elektroden und beschossen sie mit Strom einer Stärke von 149 Ampere. Nach einigen Sekunden schoben die Forscher die Elektroden etwas zur Seite, so dass zwischen ihnen ein kontinuierlich fließender Strom entstand, ein so genannter elektrischer Lichtbogen. Eine solche leuchtende elektrische Entladung tritt in der Natur als Blitz auf. Der Lichtbogen im Labor spuckte glühende Siliziumteilchen aus, aber auch die lang ersehnten künstlichen Kugelblitze.

 

"Die leuchtenden Bälle schienen lebendig zu sein", erzählt Pavao. "Sie gaben kleine Strahlen ab, die sie hin und her zu stoßen schienen." Die Temperatur der Geschosse lag bei ungefähr 2000 Grad Celsius, schätzen die Forscher anhand ihrer Farbe. Sie wollen nun hinter die genauen chemischen Reaktionen kommen und experimentieren auch mit anderen Materialien, aus denen die Feuerbälle vielleicht entstehen könnten.

 

Die spektakulärsten Blitze rund um den Globus 

 

Quelle: RP-Online

http://www.rp-online.de/public/article/aktuelles/wissen/umwelt/395 841

 

 


 
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