ach Berechnungen der OECD, die die Sozialleistungen eines Landes um die darauf entfallenden Steuern und Sozialabgaben korrigiert, hatten im Jahr 2003 weltweit nur Schweden und Frankreich eine höhere Nettosozialleistungsquote. Der größte Posten entfällt in Deutschland auf die Leistungen für Rentner und Hinterbliebene, dicht gefolgt von den Gesundheitsleistungen. Im Konzept der Sozialleistungsquote sind auch Versicherungsleistungen, etwa die gesetzliche Rentenversicherung, enthalten.
Die Entwicklung der Sozialleistungsquote gibt nur eine ungefähre Auskunft über das Verhältnis von Transferempfängern zu Steuer- und Beitragszahlern. Genauere Zahlen liefert der jüngste Mikrozensus des Statistischen Bundesamtes für das Jahr 2006, die größte Stichprobe, die es zu dieser Thematik gibt. Auf die Frage, wovon sie überwiegend leben, antworteten 41 % der Menschen in Deutschland: von ihrer Erwerbstätigkeit. 28 % lebten vom Unterhalt durch Angehörige, naturgemäßsind dies hauptsächlich Kinder. 22 % nannten Pension oder Rente. 6 % der Befragten leben vom Arbeitslosengeld I oder II, während die Bezieher von Sozialhilfe, Grundsicherung und Asylbewerberleistungen gerade einmal 1 % ausmachen. Diese Statistik zeichnet allerdings insofern ein unvollständiges Bild, als dass sie nur eine Antwort auf die Frage gibt, wer hauptsächlich von welcher Einkommensquelle lebt. Wie viele Menschen ergänzend Geld vom Staat erhalten (z. B. Elterngeld oder Wohngeld), verrät sie nicht.
Quelle: Schul/Bank-Newsletter


Österreich
Nur wenige Länder geben – gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) – so viel für soziale Zwecke aus wie Deutschland. Im Jahr 2006 betrug die sogenannte Sozialleistungsquote, also der Anteil aller Sozialleistungen am BIP, in der Bundesrepublik 30,3 %. Anfang der sechziger Jahre erreichte dieser Anteil gerade einmal 21 %, Mitte der siebziger Jahre hingegen schon den heutigen Wert – und das trotz deutlich geringerer Arbeitslosigkeit.
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