Für die Schulen wächst die Bedeutung dieses Tages. Immer mehr Pädagoginnen und Pädagogen ergreifen den Girls' Day als Gelegenheit, Mädchen bei der Berufsorientierung in Technik, Naturwissenschaften, Handwerk und Informationstechnik zu unterstützen. Statt die Schulbank zu drücken begleiten interessierte Mädchen an diesem Tag ihre Mütter, Väter, Verwandte oder Bekannte an ihren Arbeitsplatz, um technische Berufe hautnah zu erleben.
Firmen, Behörden und Forschungseinrichtungen in allen Regionen gaben am Donnerstag jungen Frauen einen Blick hinter die Kulissen, teilte die bundesweite Koordinierungsstelle des Projekts in Bielefeld mit. Die Organisatoren werten das Echo als großen Erfolg. Die Zahl der Anbieter beim Informationstag wuchs bundesweit seit 2001 von 39 auf fast 7000. Der "Girls' Day" soll Mädchen für technische Berufe und andere Männerdomänen begeistern und dem Fachkräftemangel Abhilfe schaffen.
Neben Veranstaltungen etwa im Berliner Bundeskanzleramt oder bei 110 Telekom-Standorten bundesweit gab es auch in Nordrhein-Westfalen viele Aktionen bei großen und kleinen Firmen. So lernten beim Autobauer Ford rund 330 Mädchen im Alter von 12 bis 18 Jahren die Bandbreite der gewerblich-technischen Ausbildung kennen. Beteiligt waren die zwei Kölner Werke und das Aachener Forschungszentrum.
Beim Haushaltsgeräte-Hersteller Miele absolvierten die Mädchen im Bielefelder Werk für Geschirrspüler und Staubsauger alle gängigen Lehrlingsarbeiten wie etwa Platinenlöten. "Sie hatten nach unserem Eindruck großen Spaß. Alle haben mitgemacht", sagte eine Sprecherin. Das Oberverwaltungsgericht Münster stellte den Beruf der Richterin vor. Auch Polizei und Feuerwehr boten vielerorts Aktionen an. In Sankt Augustin beteiligte sich das Fraunhofer-Institut am Projekt.
Unterdessen teilte das Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik anlässlich des "Girls' Day" mit, dass Mädchen an den Schulen Nordrhein-Westfalens weiter die Mehrheit in der gymnasialen Oberstufe stellen. Der Anteil der jungen Frauen liege im laufenden Schuljahr 2004/2005 bei 55,6 Prozent (Vorjahr: 55,7). An den Realschulen erreichte die Quote weiblicher Teenager hingegen mit 50,3 Prozent (Vorjahr: 50,5) einen neuen Tiefstand. An den Hauptschulen blieb er fast unverändert bei 42,8 Prozent (Vorjahr: 42,7).
(Kölnische Rundschau, 28.4.05 http://www.rundschau-online.de/kr/KrCachedContentServer?ksArtikel.i d=1114434679943&listID=1038816862458&openMenu=1038816858441&calledPa geId=1038816858441)


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