Die Pädagogen betreiben in erster Linie Krisenbewältigung, das Unterrichten
kommt erst an zweiter Stelle. Besonders problematisch ist die Situation an
Schulen, in denen Kinder aus sozial benachteiligten und aus Migrantenfamilien
unterrichtet werden. Dort regiert oft die Gewalt im Klassenzimmer, vor der
jetzt das Lehrerkollegium der Rütli-Schule kapituliert hat.
Doch es gibt
auch Wege aus dem Dilemma. An der Pommernschule in Berlin Charlottenburg, einer
Brennpunkt-Hauptschule, waren die Verhältnisse nicht so dramatisch wie an der
Rütli-Schule, dennoch wollte Schuldirektor Dieter Hohn handeln. Engagiert,
mutig kämpft er seit Jahren für seine Schüler, für das System und gegen Frust,
Wut, Angst und Verzweifelung. "Ich bin für alle Wege offen, die die Situation
an unserer Schule verbessern". An manchen Tagen, berichtet Hohn, war in einigen
Klassen Unterricht nicht mehr möglich. Null Chance auf Zukunft oder auf einen
Arbeitsplatz schafften Null Bock auf Schule. Der Frust und die Ausweglosigkeit
waren groß. Die Lehrer standen oft verzweifelt aggressiven Schülern gegenüber,
oft erschienen die Jugendlichen erst gar nicht mehr zum Unterricht. Statt
gelernt, wurde gemobbt, gestört und manchmal sogar geprügelt.
Im
Oktober letzten Jahres sind Schuldirektor Hohn und seine Kollegen schließlich
bereit, Hilfe von außen anzunehmen. Zwei Profis, sogenannte "Coaches": Christin
Müller, 39 Jahre, Lehrerin und seit zehn Jahren Familienpädagogin, Hendrik
Stoya, 41 Jahre, seit 15 Jahren als Schulsozialarbeiter an verschiedensten
Schultypen. Beide sollen die Lehrer der Pommernschule ein halbes Jahr bei ihrer
Arbeit unterstützen. Das Projekt wurde von Kameras begleitet. Die
"Schulcoaches" begleiten den Unterricht und fördern dort gezielt
Problemschüler, helfen bei persönlichen Schwierigkeiten und schlichten
Konflikte unter den Schülern. Ein erster wichtiger Schritt der beiden
Schulprofis: sie führen in den Klassen neue Grundregeln ein, an die sich jeder
Schüler halten muss - Schulpflicht, Pünktlichkeit, keine Schlägereien und keine
Frechheiten gegen die Lehrer.
Die weiteren Sendetermine sind:
Dienstag, 9. Mai 2006, 22.15 Uhr,
Mittwoch, 10 Mai, 23.15
Uhr,
Mittwoch, 17. Mai, 22.15 Uhr und
Donnerstag 18. Mai 2006, 22.15
Uhr.
Länge: 45 min
Regie: Amai Haukamp und
Kathrin Sänger

Österreich
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