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S.O.S. Schule (2/6) Hilferuf aus dem Klassenzimmer / Reportagereihe, Deutschland, 2006 Die Pommernschule in Berlin

Spätestens seit dem Hilferuf der Lehrer an der Berliner Rütli-Schule ist auch den letzten Zweiflern klar: Viele Schulen sind mit ihrer Aufgabe hoffnungslos überfordert. Immer mehr Eltern vernachlässigen die Erziehung ihrer Kinder, zu viele Aufgaben lasten auf den Lehrern.



Die Pädagogen betreiben in erster Linie Krisenbewältigung, das Unterrichten kommt erst an zweiter Stelle. Besonders problematisch ist die Situation an Schulen, in denen Kinder aus sozial benachteiligten und aus Migrantenfamilien unterrichtet werden. Dort regiert oft die Gewalt im Klassenzimmer, vor der jetzt das Lehrerkollegium der Rütli-Schule kapituliert hat.

Doch es gibt auch Wege aus dem Dilemma. An der Pommernschule in Berlin Charlottenburg, einer Brennpunkt-Hauptschule, waren die Verhältnisse nicht so dramatisch wie an der Rütli-Schule, dennoch wollte Schuldirektor Dieter Hohn handeln. Engagiert, mutig kämpft er seit Jahren für seine Schüler, für das System und gegen Frust, Wut, Angst und Verzweifelung. "Ich bin für alle Wege offen, die die Situation an unserer Schule verbessern". An manchen Tagen, berichtet Hohn, war in einigen Klassen Unterricht nicht mehr möglich. Null Chance auf Zukunft oder auf einen Arbeitsplatz schafften Null Bock auf Schule. Der Frust und die Ausweglosigkeit waren groß. Die Lehrer standen oft verzweifelt aggressiven Schülern gegenüber, oft erschienen die Jugendlichen erst gar nicht mehr zum Unterricht. Statt gelernt, wurde gemobbt, gestört und manchmal sogar geprügelt.

Im Oktober letzten Jahres sind Schuldirektor Hohn und seine Kollegen schließlich bereit, Hilfe von außen anzunehmen. Zwei Profis, sogenannte "Coaches": Christin Müller, 39 Jahre, Lehrerin und seit zehn Jahren Familienpädagogin, Hendrik Stoya, 41 Jahre, seit 15 Jahren als Schulsozialarbeiter an verschiedensten Schultypen. Beide sollen die Lehrer der Pommernschule ein halbes Jahr bei ihrer Arbeit unterstützen. Das Projekt wurde von Kameras begleitet. Die "Schulcoaches" begleiten den Unterricht und fördern dort gezielt Problemschüler, helfen bei persönlichen Schwierigkeiten und schlichten Konflikte unter den Schülern. Ein erster wichtiger Schritt der beiden Schulprofis: sie führen in den Klassen neue Grundregeln ein, an die sich jeder Schüler halten muss - Schulpflicht, Pünktlichkeit, keine Schlägereien und keine Frechheiten gegen die Lehrer.

Die weiteren Sendetermine sind:
Dienstag, 9. Mai 2006, 22.15 Uhr,
Mittwoch, 10 Mai, 23.15 Uhr,
Mittwoch, 17. Mai, 22.15 Uhr und
Donnerstag 18. Mai 2006, 22.15 Uhr.


Länge: 45 min

Regie: Amai Haukamp und Kathrin Sänger

 

www.zdf.de


 


 
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