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Erfolgreiches hessisches Modellprojekt "Deutsch & PC"

Das hessische Modellprojekt ist so erfolgreich, dass es in drei weitere Bundesländer exportiert wird. Im Schuljahr 2001/2002 vom Hessischen Kultusministerium und der Hertie-Stiftung ins Leben gerufen, fördert "Deutsch & PC" den frühzeitigen und intensiven Erwerb der deutschen Sprache bei Kindern aus Zuwandererfamilien in der Grundschule, um ihre Chancen auf einen größtmöglichen Schulerfolg zu erhöhen.



Der erfolgreiche Verlauf und die positiven Erfahrungen mit "Deutsch & PC" haben die Hertie-Stiftung motiviert, weitere 1,7 Millionen Euro für eine Ausweitung von "Deutsch & PC" bereitzustellen. In einer Ausschreibung wurden alle Bundesländer eingeladen, sich um das Modellprojekt zu bewerben: Die Wahl der Jury fiel auf Berlin, Bremen und Nordrhein-Westfalen.

 

Das Prinzip von "Deutsch & PC": Schulanfänger mit unzureichenden Deutschkenntnissen werden parallel zum Klassenverband in eigenen Fördergruppen von sechs bis acht Schülerinnen und Schülern zwei Stunden täglich in Deutsch und Mathematik unterrichtet. Spielerisch ergänzt wird das Lernen durch gemeinsames Arbeiten am Computer. Fünf Jahre nach Projektstart belegt die Evaluation von "Deutsch & PC" die Wirksamkeit der Fördermaßnahmen. Der Verfasser des Abschlussberichts, Professor Wilhelm Grießhaber vom Sprachenzentrum der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster fasst zusammen: "Das zentrale Anliegen des Förderprojekts, die Erhöhung qualifizierter Schulabschlüsse für Schüler und Schülerinnen mit Migrationshintergrund wurde beim Übergang auf die weiterführenden Schulen erreicht." Der Anteil von Übergängen auf Gymnasien und Realschulen liegt laut dem Bericht erheblich über den Werten, die nach den PISA- oder DESI Studien für Schulen mit einem so hohen Anteil von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund erreicht wurden.

 

Von den 2001 eingeschulten Kindern, die bei der Einschulung das gesamte erste Schuljahr in der Förderung waren, sind 30 Prozent nach der Grundschule an ein Gymnasium und 37 Prozent an eine Realschule gewechselt. Zum Vergleich: Bei DESI liegt die Prozentzahl für Kinder mit Migrationshintergrund, die auf ein Gymnasium wechseln bei unter 20. Laut Professor Grießhaber sind die Erfolge zweifellos dem Konzept des zeitlich parallel geschalteten Unterrichts zuzuschreiben. Erfolgsfaktoren des Förderkonzepts seien neben dem Engagement der Lehrkräfte und der verstärkten Kooperation von Klassen- und Förderlehrerin das Unterrichten der Förderkinder in der Kleingruppe. "Wir freuen uns, dass bald auch Kinder aus anderen Bundesländern vom dem Projekt profitieren werden", sagte Dr. Christof Eichert, Geschäftsführer der Hertie-Stiftung.

 

Und so funktioniert die Kooperation mit den drei Bundesländern: Die Hertie-Stiftung finanziert für die ersten Grundschulklassen der ausgewählten Schulen jeweils eine zusätzliche Lehrkraft pro Schule. Die Ausstattung der Schulen mit PC und die Projektkoordination im jeweiligen Bundesland wird ebenso von der Stiftung getragen. Die jeweiligen Bundesländer verpflichten sich zusätzlich jeweils zwei volle Lehrerstellen für die Anschlussförderung des 2. bis 4. Jahrgangs zur Verfügung zu stellen. Zudem soll "Deutsch & PC" in die bildungs- und integrationspolitischen Maßnahmen der drei Bundesländer integriert werden. Ziel ist: Bei positiver Evaluation und spätestens nach Ablauf der vierjährigen Förderung soll das Projekt auf weitere Grundschulen mit hohem Zuwandereranteil ausdehnt werden.  ( kja )

 

DAF-Portal

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