Täglich stürben in Deutschland 300 Menschen an den Folgen des Tabakkonsums, sagte Caspers-Merk. Deshalb sei es erfreulich, dass die Raucherquote bei 12- bis 17-Jährigen erstmals wieder rückläufig sei. Rauchten 2001 noch 28 Prozent in dieser Altersgruppe, seien es 2005 nur noch 20 Prozent.
Die Erhöhung der Tabaksteuer zeige ihre Wirkung, so die Drogenbeauftragte. Zudem werde Rauchen bei Jugendlichen als "zunehmend uncool" angesehen. Sie appellierte an die Länder, sich der Initiative für rauchfreie Schulen anzuschließen, um diesen Trend zu verstärken.
Tabakzusatzstoffe in der Kritik
Zu der vom Bundesverbraucherministerium am Dienstag veröffentlichten Liste von Tabakzusatzstoffen sagte die Drogenbeauftragte, sie unterstütze mehr Transparenz bei diesem Thema. Besonders Besorgnis erregend seien Stoffe wie Ammoniak, die den Hustenreiz unterdrückten und so Jugendliche leichter zum Rauchen verleiteten. Sie betonte aber, die Zusatzstoffe seien nicht das größte Problem bei Zigaretten: "Das Hauptproblem ist das Rauchen selbst."
Seit der Einführung der Sondersteuer auf so genannte Alkopops im August 2004 sei der Konsum der süßen alkoholischen Mixgetränke zurückgegangen, sagte Caspers-Merk. Vor der Sondersteuer gaben noch 28 Prozent aller 12- bis 17-Jährigen an, mindestens einmal im Monat Alkopops zu trinken. Aktuell seien es nur noch 16 Prozent. Ein Drittel der Jugendlichen, die vorher schon einmal Alkopops gekauft hätten, kauften jetzt überhaupt keine mehr.
Alarmierend sei dagegen der europaweit steigende Konsum von Cannabis bei jungen Menschen. Sieben Prozent aller Jugendlichen haben dem neuen Drogenbericht zufolge Erfahrung damit. Jeder fünfte 18- bis 25-Jährige habe schon einmal Cannabis konsumiert. Caspers-Merk sagte, angesichts dieser Zahlen werde nun die Effizienz von Therapieangeboten geprüft. Auch solle ein Handbuch zur Hilfe bei Cannabisabhängigkeit entwickelt werden.
Quelle: RP-Online
http://www.rp-online.de/public/article/nachrichten/politik/deutschland/90190


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