Trinkverhalten Jugendlicher
Das Durchschnittsalter für den ersten Alkoholrausch liegt in Deutschland bei 15,5 Jahren. Da Jungen und junge Männer häufiger und mehr Alkohol trinken als Mädchen und junge Frauen, sind sie sehr viel öfter betrunken. So ist der Anteil der jungen Männer mit sechs und mehr Alkoholräuschen mit 28 Prozent doppelt so hoch wie bei den jungen Frauen.
Je früher das Einstiegsalter für den ersten Konsum von Alkohol liegt, desto größer ist die Gefahr für junge Menschen, in eine sogenannte „Alkohol-Karriere“ einzusteigen. Wie die aktuelle Repräsentativerhebung zum Suchtmittelkonsum Jugendlicher der BZgA zeigt, stieg die wöchentliche Alkoholaufnahme in der Gruppe der 12- bis 15-Jährigen von 14,1 Gramm reinem Alkohol im Jahr 2001 auf 20,9 Gramm in 2004. Das ist ein Zuwachs von 48 Prozent in drei Jahren. Von der Trinkmenge her entspricht das praktisch einem regelmäßigen wöchentlichen Konsum von zwei Glas Bier bzw. 2 Schnäpsen (4cl), und das in einer Altersgruppe, an die nach dem Jugendschutzgesetz überhaupt kein Alkohol abgegeben werden darf.
Bei den 12- bis 25-Jährigen Jugendlichen praktiziert ein gutes Drittel (34 Prozent) ‚Binge- Drinking’/Rauschtrinken (43 Prozent Männer, 25 Prozent Frauen). Das heißt, dass sie innerhalb eines Monats mindestens einmal fünf oder mehr Gläser Alkohol hintereinander getrunken haben.
Mit Peers vor Ort
Die Aktion „Bist du stärker als Alkohol?“ wird seit 2002 erfolgreich mit dem „Peer- Ansatz“ durchgeführt. „Peers“ sind speziell geschulte Jugendliche zwischen 19 und 25 Jahren, die nahezu gleichaltrige Jugendliche ansprechen. Ab Juni werden im gesamten Bundesgebiet Peereinsätze auf Großveranstaltungen, Musicevents und auf Sportveranstaltungen durchgeführt.
In den Sommerschulferien finden außerdem Peer-Einsätze an der deutschen Nord- und Ostseeküste, in bayerischen sowie in niederländischen Ferienorten statt. „Gerade im Urlaub oder während der Freizeitaktivitäten gehört Alkohol für viele junge Leute dazu. Mit dieser Aktion will die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gezielt Jugendliche ansprechen, dass sie ihren Alkoholkonsum kritisch reflektieren. Die Erfahrungen der vergangenen Aktionen zeigen, dass die Peers den Zugang zu den Jugendlichen finden und dass sie ihnen Alternativen zum Alkoholtrinken aufzeigen können“, erläutert die Direktorin Dr. Elisabeth Pott. „Im letzten Jahr wurden nach diesem Konzept mit fast 25.000 Jugendlichen intensiv über das Thema Alkohol gesprochen.“
Aktionsmaterialien
Im Rahmen der Jugendaktion setzt die BZgA speziell entwickelte Informationsmaterialien ein. So informiert die Zeitung das „Nasse Blatt“ und die neue Jugendbroschüre „Alkohol - wie viel ist zu viel?“ jugendgerecht über Alkohol und Sport, Alkohol und Sex, Alkohol und Dickwerden, Alkoholgehalt verschiedener Getränke, die Arbeit der Leber nach einer durchzechten Nacht oder über Anti-Katertipps. Ein Wissenstest dient als Gesprächseinstieg. Die Materialien und das Konzept für das Projekt sind zusammen mit dem Niederländischen Institut für Gesundheitsförderung und Krankheitsprävention (NIGZ) entwickelt worden.
Unter www.bist-du-staerker-als-alkohol.de stehen alle Termine, Einsatzorte, Infos zur Kampagne und zu den Materialien sowie Kampagnenfotos.
Die Informationsmaterialien der BZgA sind kostenlos und können unter folgender Adresse bestellt werden:
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, 51101 Köln
Fax: 0221-8992257, e-mail: order@bzga.de
Hilfe und Beratung zum kritischen Umgang mit Alkohol bietet das Suchtberatungstelefon der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung unter der Telefon-Nummer: 0221 - 89 20 3(Montag bis Donnerstag von 10.00 bis 22.00 Uhr, Freitag bis Sonntag von 10.00 bis 18.00 Uhr)
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
Postfach 91 01 52
51071 Köln
Telefon: 0221 8992-0 / Durchwahl: -280
Fax: 0221 8992-300 / - 201
eMail: marita.voelker-albert@bzga.de
Internet: http://www.bzga.de


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