Betroffen sind nach dieser Rechnung 8.000 Kinder pro Jahrgang.
Hinzu kämen rund 15 Prozent Eltern in materieller Armut mit massiven Erziehungsproblemen. "Und rund ein Drittel aller Eltern hat erhebliche Schwierigkeiten mit der eigenen Mutter- oder Vaterrolle, mit vernünftigem Erziehungsverhalten und Haushaltsführung", erklärte Hurrelmann angesichts von Todesfällen wie Kevin aus Bremen oder Mehmet aus Zwickau.
Der Wissenschaftler forderte ein beherzteres Eingreifen des Staates in Problemfamilien: "Wenn der Staat seine Fürsorgepflicht wahrnehmen will, muss er direkt in private Lebensverhältnisse eingreifen." Überforderten Eltern sollten staatliche Stellen mit sanftem Zwang Hilfe anbieten: "Mit Freiwilligkeit kommen Sie bei den Eltern, über die wir hier die ganze Zeit reden, nicht weit", sagte Hurrelmann. "Das Einfachste wäre, den Besuch des Kindergartens, vielleicht auch den Schuleintritt, an, sagen wir, fünf Abende zu knüpfen, die alle Eltern besuchen müssen."
Er plädierte außerdem dafür, die Zahlung des Kindergeldes vom Besuch ärztlicher Vorsorgeuntersuchungen abhängig zu machen. "Ich glaube, wir sind an einem Punkt angelangt, wo wir sozialstaatliche Leistungen an ein bestimmtes Wohlverhalten des Empfängers koppeln dürfen, zumal dieses ausschließlich dem Wohl des Kindes zugute kommt", sagte Hurrelmann.
http://www.rp-online.de/public/article/nachrichten/politik/deutsch land/356791

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