Nachrichten Service Rubriken Grundschule Sek. I Sek. II Förderschulen Sonstiges Shop

Kinder verhindern beruflichen Aufstieg

Berlin (rpo). Eine gute Ausbildung und einen Fulltime-Job, und dennoch haben Frauen immer noch das Nachsehen. Denn trotz besserer Bildung bekommen sie oft niedrigere Positionen in der Firma und weniger Gehalt als ihre männlichen Kollegen. Erschreckendes Ergebnis des FrauenDatenReports 2005: Kinder verhindern nach wie vor den beruflichen Aufstieg.



Das ist das Ergebnis des FrauenDatenReports 2005 des Wirtschafs- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung, der am Montag in Berlin vorgestellt wurde. Ursache dafür seien zum einen die Studien- und Berufswahl, zum anderen die Unterbrechung der Erwerbstätigkeit durch Kinder. Zudem seien Frauen überdurchschnittlich oft in Teilzeitbeschäftigungen zu finden.

"Wir können keine Entwarnung geben", sagte die WSI-Wissenschaftlerin Silke Bothfeld. Die Frauenerwerbstätigkeit in Westdeutschland sei zwar in den letzten Jahren weiter gestiegen, habe jedoch auch 2004 wieder die europäische Zielmarke von 60 Prozent sowohl in Ost- wie auch in Westdeutschland mit durchschnittlich 59,2 Prozent leicht verfehlt. Die Vollzeitäquivalenz, die die geringere Wochenarbeitszeit bei Teilzeitstellen berücksichtigt, liege sogar nur bei 45,5 Prozent. Zwischen 1991 und 2004 sank die Zahl der vollzeitbeschäftigten Frauen um 1,6 Millionen, während die Zahl der teilzeitbeschäftigten Frauen um 1,8 Millionen anstieg.

Vor allem Kinder stellen der Studie zufolge weiterhin einen Hinderungsgrund für eine Erwerbstätigkeit von Frauen dar. Nur 60 Prozent der Frauen mit Kindern unter zwölf Jahren waren 2003 in Deutschland erwerbstätig, bei den kinderlosen Frauen waren es 79,5 Prozent. Im EU-Durchschnitt waren 64,5 Prozent der Mütter erwerbstätig. Bei Männern lag die Erwerbstätigkeit hingegen höher, wenn Kinder mit im Haushalt lebten. Die Erwerbstätigkeit bei jungen Frauen liegt insgesamt deutlich über der gesamten Frauenerwerbstätigkeit in Deutschland.

Das durchschnittliche Einkommen von Frauen mit Vollzeittätigkeit liegt weiterhin unter dem der Männer. In Westdeutschland verdienten Frauen 2004 rund 23 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen, in Ostdeutschland waren es rund 10 Prozent. Nach Ergebnissen der Studie ist das geringere Einkommen zum Teil auf die meist niedrigeren beruflichen Positionen von Frauen zurückzuführen.

Auch die niedrigere Wochenarbeitszeit, die vor allem durch den hohen Anteil an Teilzeitarbeit von Frauen zustande kommt, führte zu geringeren Einkommen. Ein erheblicher Teil des Einkommensunterschieds müsse jedoch der Diskriminierung zugeschrieben werden. In Westdeutschland lassen sich ein Drittel der geschlechtsspezifischen Einkommensunterschiede nicht durch strukturelle Differenzen erklären, in Ostdeutschland ist es ein Viertel. Am geringsten fiel der Unterschied bei niedrigen Einkommen aus.




Link: http://www.rp-online.de/public/article/nachrichten/wissenschaft/bildung/166953
 
 Diese Seite per Email weiter empfehlen  ·   Druckversion
 · 
 Newsletter abonnieren

 


Bestellen Sie gleich hier Ihren Newsletter:
Ihr Name:

Ihre Emailadresse:


Anzeige
Beamtendarlehen
Anzeige
Anzeige
Naturamed
Anzeige
steuertipps.de
Copyright © 2007 TeachersNews
Hosted by Oberdieck Online GmbH       an den Seitenanfang springen