Zuallererst seien die Eltern gefordert, dann unterstützten Kindergärten und Schulen diese bei ihrem heute sicher nicht einfachen Erziehungsauftrag. Was in frühester Kindheit aus Nachlässigkeit oder Unwissenheit versäumt worden ist, lässt sich später - wenn überhaupt - nur mit größter Kraftanstrengung und hohem finanziellen Aufwand wieder ausbügeln. Deshalb müsste nach Auffassung des VBE sinnvollerweise dort angesetzt werden, wo man am meisten bewirken kann: beim ganz jungen Menschen. Alles andere arte meist nur in mehr oder minder hilflose Reparaturversuche aus.
In den Schulen sollte wieder mit „Disziplin“ gelernt werden können. Es dürfe nicht sein, dass täglich viel kostbare Zeit verschwendet werde, weil in den Klassenzimmern von den Lehrkräften grundsätzlich zuerst einmal die notwendige Arbeitsruhe für den Unterricht hergestellt werden müsse, mahnt der VBE-Sprecher eigentliche Selbstverständlichkeiten an.
PISA habe gezeigt, dass das Einfordern von Leistung für den Lernerfolg effektiver sei als der Verzicht darauf, betont der VBE-Sprecher. Ohne Anstrengung, ohne die richtige Mischung aus Motivation und Üben lernten die Schüler zu wenig. Das zeige sich gerade bei den Kulturtechniken Lesen, Schreiben und Rechnen, die ohne Fleiß und beharrliches, eigenständiges Üben nicht zu bewerkstelligen seien.
Lange Zeit sei es verpönt gewesen, Disziplin und Leistung zu fordern. Lehrer, die darauf bestanden, wurden als altmodisch, konservativ und reaktionär verunglimpft. „Begriffe wie Lernen, Leistung und Anstrengungsbereitschaft sind bei vielen heute noch immer negativ besetzt“, kritisiert der VBE-Sprecher. Die Gesellschaft toleriere allzu gern, wenn Schule als ein notwendiges Übel, als eine lästige Nebensache dargestellt werde. In Ländern, die bei PISA gut abgeschnitten haben, gelten Leistung und Erfolg in der Schule als etwas Positives, Erstrebenswertes. Dort würden Schüler, die durch herausragende Leistungen glänzten, von Klassenkameraden nicht als Streber verachtet.
Disziplin in der Schule einzufordern bedeute kein Zurück zum Rohrstock, zum rüden Kasernenhofton oder zum stupiden Drill, verhindere aber eher die jetzt geforderten Erziehungscamps als „Kuschelpädagogik“ und eine Kultur des Wegsehens und Gewährenlassens, betont der VBE-Sprecher.
Für einen funktionierenden Unterricht sei es von elementarer Bedeutung, dass Schüler sich voll konzentrieren und in Ruhe arbeiten können. Die konsequente Erziehung der Kinder und Jugendlichen durch das Elternhaus böte eine wesentliche Voraussetzung dafür, meint der VBE. Dabei müssten Eltern und Schule verlässliche Partner sein.

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