Auf Deutschlandradio Kultur sagte Dobischat heute Vormittag: "Von einem Stipendiensystem, dass diesen Namen auch verdient hätte, sind wir in Deutschland weit entfernt. Weder die Länder mit Studiengebühren noch die Wirtschaft haben bisher ihre vollmundigen Ankündigungen eingehalten." Dobischat wörtlich: "Man führt Studiengebühren ein oder wirbt für Studienkredite, hält sich aber mit neuen Stipendien für Studierende vornehm zurück. Das ist schändlich."
Gemäß einer aktuellen Erhebung des Deutschen Studentenwerks erhielten im Jahr 2006 2% der Studierenden ein Stipendium. Die durchschnittlich 328 Euro im Monat machen weniger als die Hälfte des studentischen Budgets von 770 Euro im Monat aus.
Die elf von der Bundesregierung unterstützten Begabtenförderungswerke erreichen mit ihren Bundesmitteln ungefähr ein Prozent der Studierenden; andere Stipendiengeber wie etwa die 1.750 Stiftungen fördern mit privaten Mitteln das andere Prozent.
"Im System der Studienfinanzierung spielen Stipendien somit eine sehr marginale Rolle", kommentierte DSW-Präsident Dobischat. "Die wichtigsten Finanzierungsquellen sind: Eltern, Jobben, BAföG. 89% der Studierenden werden von ihren Eltern unterstützt, zwei Drittel jobben neben dem Studium, ein Viertel erhält BAföG."
Zum Vorstoß des nordrhein-westfälischen Wissenschaftsministers Prof. Dr. Andreas Pinkwart, dass 10% der Studierenden eines Landes Stipendien erhalten sollen, erklärte Dobischat: "Als zusätzliches öffentliches Finanzierungsangebot kann das sinnvoll sein. Aber der staatliche Anteil darf auf keinen Fall zum Beispiel vom BAföG abgezogen werden. Auf BAföG habe ich einen Rechtsanspruch, auf ein Stipendium nicht. Das ist ein entscheidender Unterschied."
URL dieser Pressemitteilung: http://www.idw-online.de/pages/de/news284110


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