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VBE: Bilderbuch statt Bildschirm - Kinder frühzeitig fürs Lesen begeistern

Stuttgart. Vor fünfzig Jahren schimpften Pädagogen über „Schundliteratur“ und die Sprachverhunzung in den Comic-Heftchen („ächz, stöhn, keuch“). Heute wären Lehrer froh, wenn lesefaule Schüler außerhalb der Schule wenigs­tens dazu greifen würden, versichert der Sprecher des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg. Schüler, die vom Kleinkindal­ter an ständig von einem laufenden Fernsehapparat begleitet würden, grif­fen seltener zu einem Buch, um zu lesen.




Spracharmut zeige sich bereits im Kindergarten und setze sich in der Grundschule fort, wenn Eltern und Leh­rer nicht dagegen steuerten, indem sie Schüler fürs Lesen begeisterten.

 

Kinder und Jugendliche bekommen über den Fernsehbildschirm die ganze Welt frei Haus geliefert, können sich aber selber immer weniger mit Worten ausdrü­cken. Sprachentwicklungsstörungen bei Vorschul- und Grundschulkindern ha­ben deutlich zugenommen, sorgt man sich beim VBE. Jedes fünfte Kind - ob mit oder ohne Migrationshintergrund - hat mehr oder weniger mit Sprachproblemen zu kämpfen. Kinder können aber keine Geschichten aufschreiben, wenn ihnen dafür die Wörter fehlen. Aufsatzerziehung in der Schule funktioniert nur, wenn auch das nötige Vokabular vorhanden ist. Eltern könnten ihre Kinder mehr för­dern, wenn sie ihnen bereits sehr früh regelmäßig vorlesen und über die Ge­schichten miteinander ins Gespräch kommen würden.

  
Dem VBE liegt es fern, den Bildschirm zu verteufeln, denn ein gezielter, wohldosierter Einsatz von Fernsehen und Computer kann durchaus positiv für die Entwicklung der Kinder sein. Doch nicht jede Sendung, die den Stempel „Kinderfernsehen“ trägt, verdient dieses Prädikat wirklich.


Der VBE appelliert an alle Erziehungsberechtigten, Kinder auf keinen Fall vor dem Bildschirm allein zu lassen. Medienkompetenz kann sich nur durch Nach­denken und Reden über das Gesehene herausbilden. Dafür benötigen Kinder Er­wachsene als Ansprechpartner. Es ist nicht Aufgabe des Fernsehapparats, den Nachwuchs „ruhig zu stellen“. Der Bildschirm ist kein Babysitter und grund­sätzlich ein schlechter Elternersatz. „Wenn Kinder täglich mehrere Stunden vor dem Fernsehapparat zubringen, bleibt zu wenig Zeit, die Umwelt auf eigene Faust zu erkunden“, beklagt der VBE-Sprecher. Diese wichtigen Erfahrungen aus erster Hand fehlten den Schülern heute immer mehr.

 

31. August 2010

Verband Bildung und Erziehung (VBE)  -  Baden-Württemberg
Landesgeschäftsstelle, Heilbronner Straße 41, 70191 Stuttgart, Tel. 0711/2293146
Pressesprecher: Michael Gomolzig - Telefon 07181/82179 dienstlich: 07151/750310
Alle Pressemitteilungen unter: www.vbe-bw.de/wDeutsch/presse/index

 


 
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