Dem Umweltschutzbericht des Runden Tisches der DDR von 1990 ist zu entnehmen, dass 1988 im Bezirk Potsdam 33,9 % der Waldfläche geschädigt waren und dass 33.400 Tonnen Stickoxide emittiert wurden (ohne Verkehr), zu denen sich im gleichen Jahr 63.700 Tonnen Staubemissionen gesellten.
Ja, was denn nun?, fragt sich der 15-jährige Gregor, das kann ja nicht beides stimmen. Also recherchieren er und ein Großteil seiner 10. Klasse zusammen mit der ganzen 11. Klasse in Büchern, im Internet und in unveröffentlichten Quellen der Außenstelle der Bundesbeauftragten für die Unterlagen der Staatssicherheit in Potsdam, um ein genaueres Bild über die Umweltsituation in der DDR und besonders in und um Potsdam zu erstellen. Außerdem interviewen alle beteiligten SchülerInnen Zeitzeugen, die damals Verantwortung trugen und hautnah mit der Materie zu tun hatten: deshalb besuchten Theresia und Bastian (11.) Hrn. Platzeck, Ministerpräsident von Brandenburg, der in den späten 1980er Jahren am Hygieneinstitut besorgniserregende Daten erhob, die er nicht veröffentlichen durfte. Damals stieß er zur jüngst von engagierten Bürgern gegründeten ARGUS, "Arbeitsgemeinschaft für Umweltschutz und Stadtgestaltung", die sogleich vom Ministerium für Staatssicherheit bespitzelt wurde. Nichtsdestotrotz gelang es den BürgerInnen, den von der DDR geplanten flächendeckenden Abriss der barocken Innenstadt Potsdams zu stoppen.
Ab Anfang November wird das Projekt mit Filmen aus den Interviews im Internet auf http://www.umwelt-ddr-potsdam.de präsentiert
Die Ausstellungseröffnung wird am Fr. 14.11.2008 um 19 Uhr stattfinden.
Ort: Waldorfschule Potsdam, Erich Weinert-Str. 5, 14478 Potsdam
Internet: http://www.waldorfschule-potsdam.de
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