Nachrichten Service Rubriken Grundschule Sek. I Sek. II Förderschulen Sonstiges Shop

Weniger Klassenfahrten

RP) Mit pubertierenden Schülern auf Klassenfahrt zu gehen, ist Stress pur. Immer weniger Lehrer wollen sich das antun. Auch weil sie Kosten für die Fahrt aus eigener Tasche bezahlen müssen.



Eine Horde 15- bis 16-Jähriger entert grölend einen Bus. Die Klassenfahrt geht in die Eifel. Hinten im Bus nuckeln kichernde Mädchen an Saftflaschen, die mit Alko-Pops präpariert sind. Ein Pärchen knutscht auf der Rückbank. Die Lehrer beobachten die Halbstarken und wissen: Die nächsten Tage werden heftig. Mit Urlaub hat eine Klassenfahrt für sie nichts zu tun.

 

Trotzdem müssen die Pädagogen einen Großteil ihrer Reisekosten selber tragen. „Rund 80 Prozent der Kosten zahlen die Lehrer selbst. 20 Prozent bekommen sie bei uns von der Schule erstattet. Einen Teil ihrer Kosten können sie zwar von der Steuer absetzen, aber viel bekommen sie nicht zurück“, sagt Dr. Werner Vollmer, Rektor der Linner Burgschule. Die Betreuung von Klassenfahrten sei ganz sicher Idealismus. „Aber solche Fahrten sind auch ein bedeutendes pädagogisches Instrument.“

 

Alkohol und Zigaretten

 

An anderen Krefelder Schulen wird diskutiert, die Zahl der Fahrten zu reduzieren. „Bei uns gibt es keine Fahrten in der achten Klasse mehr“, sagt eine 32-jährige Gesamtschullehrerin. Bereits Ende der Sechsten merke man deutlich, dass die Schüler in die Pubertät kommen. „Es gibt dann massive Probleme mit Zigaretten oder Alkohol“, hat die Lehrerin festgestellt. Meist seien es engagierte jüngere Lehrer, die sich bereit erklärten, eine Abschlussklasse auf ihrer Fahrt zu begleiten. An der Kurt-Tucholsky-Gesamtschule gibt es derzeit Überlegungen, in der Mittelstufe keine Fahrten mehr anzubieten. „Die Bedeutung hat sich unserer Erfahrung nach geändert. Heute bieten Eltern ihren Kindern sehr viel. Das mindert den Reiz der Schulfahrten. Trotzdem ist es wichtig, Fahrten anzubieten“, erklärt Schulleiterin Dr. Thekla Zachrau.

 

Eltern würdigen selten den Aufwand, den eine Klassenfahrt für Lehrer bedeutet. „Meist sehen sie solche Fahrten als Dienstleistung. Dafür gibt es selten ein Dankeschön“, ist die Erfahrung von Anita Ortmann, stellvertretende Leiterin des Gymnasiums am Stadtpark. Um Chaos zu vermeiden, haben die meisten Schulen ein strenges Regelwerk, das Eltern und Schüler vor der Fahrt unterschreiben. Gibt es beispielsweise trotz Alkoholverbot ein Saufgelage, müssen die Beteiligten sofort von den Eltern auf deren Kosten abgeholt werden. „Dadurch haben wir keine schlechten Erfahrungen gemacht. Die Schüler halten sich an das, was sie unterschrieben haben“, sagt Anita Ortmann.

 

Gymnasiastin Jessica (16) hat andere Erfahrungen gemacht: „Wir mussten auch einen Vertrag unterschreiben. Aber gegen irgendwelche Regeln verstößt doch immer jemand. Nach Hause musste deswegen noch keiner."

 

Quelle: RP-Online

http://www.rp-online.de:80/public/article/regional/niederrheinsued /krefeld/nachrichten/krefeld/492182


 
 Diese Seite per Email weiter empfehlen  ·   Druckversion
 · 
 Newsletter abonnieren

 


Bestellen Sie gleich hier Ihren Newsletter:
Ihr Name:

Ihre Emailadresse:


Produkte aus unserem Shop:
Lebenskrisen als Chance zum Neubeginn
Anzeige
Anzeige
Anzeige
top-finanz.de
Anzeige
Naturamed
Anzeige
steuertipps.de
Anzeige
FWU-Shop
Copyright © 2007 TeachersNews
Hosted by Oberdieck Online GmbH       an den Seitenanfang springen