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Klassenfahrt: Gewinn für Schüler und Lehrer - Lehrerbildung zu diesem Thema unbedingt notwendig

Deutsche Schüler müssen die Chance bekommen, anders zu lernen als bisher, das haben die OECD-Studien der letzten Zeit klar belegt. Deutsche Lehrer müssen ihre Rolle beim Lernprozess der Schüler neu definieren.



Es genügt nicht, nur mit dem Kopf zu lernen, der Mensch ist mehr als sein Gehirn. Ganzheitliches Lernen aber braucht neue Rahmenbedingungen. Diese sind an den deutschen Schulen bisher in der Regel nur bei Klassenfahrten gegeben. Daher sollen Lehrer in der Aus- und Fortbildung lernen, wie sie das pädagogische Potenzial von Klassenfahrten nutzen können.
Bei einer Fachtagung am 23. und 24. November 2004 in Hannover diskutierten Vertreter von Kultusministerien, Universitäten und aus der Lehrerbildung ganzheitliches Lernen in der Schule. Der Bundeselternrat, der Verband Deutscher Schullandheime und das Deutsche Jugendherbergswerk veranstalteten diese Tagung, um zu zeigen, welche entscheidende Rolle Klassenfahrten beim Lernen spielen. „Diese Fahrten bieten Lernmöglichkeiten, die weit über den 45-Minuten-Unterricht eines Schulvormittags hinausgehen. Jeder trägt seinen Teil zum Gelingen bei, Schüler und Lehrer leben gemeinsam unter einem Dach zusammen, arbeiten gemeinsam an Projekten und entwickeln ganz nebenbei ein neues Verständnis füreinander. Die soziale Kompetenz der Schüler wird verstärkt. So stellen wir uns ganzheitliches Lernen vor“, sagte Wilfried Steinert, der Vorsitzende des Bundeselternrats.
Der niedersächsische Kultusminister Bernd Busemann unterstrich in seinem persönlich vorgetragenen Grußwort die pädagogische Bedeutung von Klassenfahrten und bot den Veranstaltern „jegliche Zusammenarbeit bis knapp unter die Gesetzesebene“ an. Prof. Dr. Mats Ekholm, Generaldirektor im schwedischen Bildungsministerium und maßgeblich an der kürzlich veröffentlichten OECD-Lehrerstudie beteiligt, Ministerialrat Michael Krüger vom hessischen Kultusministerium und Prof. Dr. Jürgen Oelkers von der Universität Zürich referierten als Experten für Lehrerbildung.
Gerhard Koller vom Deutschen Jugendherbergswerk fasste die Forderung der Tagungsteilnehmer zusammen: „Außerschulisches Lernen muss fester Bestandteil des Lehramtsstudiums sein. Angehende Lehrer sollen zu Beginn des Studiums z. B. bei einem Orientierungspraktikum eine Klasse beim Schullandheimaufenthalt oder auf ihrer Klassenfahrt begleiten. Ein mehrtägiges Seminar zu Planung, Durchführung und Nachbereitung von außerschulischen Veranstaltungen muss Pflichtbestandteil der Referendarausbildung werden.“
Peter Krössinger vom Verband Deutscher Schullandheime ergänzte: „Für alle Lehrkräfte müssen regelmäßige Fortbildungsveranstaltungen zu der Thematik Schullandheimaufenthalte und Schulfahrten auf den verschiedenen Ebenen der Lehrerfortbildung von staatlichen und freien Trägern angeboten werden.“

http://www.jugendherberge.de

Deutsches Jugendherbergswerk e.V.

Herr Knut Dinter
Leonardo-da-Vinci-Weg 1

32760 Detmold

Tel. 05231 / 9936-55
Fax. 05231 / 9936-66
E-Mail: dinter@djh.org
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