Die Händler würden häufig Spiele, die mit einer Altersangabe belegt sind, auch an Jüngere verkaufen. „Eventuell müssen da die Strafen erhöht werden.“ Sie forderte auch, den Verkauf stärker zu kontrollieren. Nach den Amokläufen von Erfurt und Emsdetten waren vor allem Forderungen aus der Union laut geworden, gewaltverherrlichende Computerspiele, die so genannten Killerspiele, zu verbieten.
Die SPD-Politikerin schlägt nun vor, dem Staat mehr Einfluss zu geben, jugendgefährdende Spiele auf den Index zu setzen. Eine Indizierung bedeutet, dass die Spiele nicht an Jugendliche unter 18 Jahren abgegeben werden dürfen. Dies entspricht zwar nicht einem Totalverbot, sorgt aber dafür, dass die Spiele nicht mehr beworben werden dürfen und unter der Ladentheke verkauft werden müssen.
Zurzeit kann die freiwillige Selbstkontrolle USK die Altersfreigabe steuern: „Wenn diese einem Spiel eine Altersklassifizierung erteilt hat, dann darf die Bundesprüfstelle nicht mehr tätig werden“, kritisierte Griese. „Dabei wäre es viel effektiver, wenn die Bundesprüfstelle ein Spiel auf den Index setzen könnte.“
Die Wirkung von brutalen Computerspielen auf Jugendliche ist umstritten. Die Mehrheit der Experten meint, dass die Killerspiele gewaltbereite Jugendliche zwar negativ beeinflussen können. Sie seien aber nicht die Ursache für Gewalt. Diese liege vielmehr in der Sozialisation oder auch in der Persönlichkeit der Jugendlichen.
Wer ganz sicher gehen will, was das eigene Kind vor dem Bildschirm macht, sollte Computerspiele gemeinsam mit dem Nachwuchs spielen, rät die Jugendmedienschutz-Initiative des Familienministeriums „Schau hin“. Verbote nützten wenig. Die Kinder gingen dann zu Freunden, und die Eltern würden die Möglichkeit zur Kontrolle und Begleitung verlieren.
http://www.rp-online.de/public/article/aktuelles/politik/deutschla nd/391353

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