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Wie Bremens Straßen zum Spielfeld werden

Bewegungstrist vor dem Computer zu hocken, um dem Spieltrieb zu gehorchen: Das war einmal. Die neuen mobilen Computerspiele verbinden das PC-Spiel im Haus mit dem sportlichen Spiel im Freien. Sie verlangen mentalen wie körperlichen Einsatz. Und sind damit auch im Sinne der Gesundheitsexperten, die vor fettleibigen Jugendlichen durch Bewegungsmangel warnen.



Bremer Informatikstudenten haben jetzt im Rahmen des hochschuleigenen Forschungsprojekts „Gangs of Bremen“ das Spiel „On the Streets“ entwickelt. Für den Prototyp „Gangs of ZIMT“ heimsten sie bereits einen von Microsoft gesponserten ersten Preis beim Wettbewerb „Mobile Unterhaltung“ der Uni Manchester ein.

 

In Kürze steht die Generalprobe an. Dann sollen 24 Schüler des Bremer Kippenberg-Gymnasiums das neue Spiel testen. Und das geht so: Vier Teams zu je sechs Personen sind mit ihren Taschencomputern, PDAs, in der Stadt unterwegs. Um sich untereinander zuverständigen, nutzen sie Walkie-Talkies. Die Position der Spieler wird per GPS wie beim Satellitennavigationssystem im Auto ermittelt. Auf den PDAs sind Teile des Stadtplans zu sehen mit einzelnen Feldern, die die Spieler ähnlich wie bei Brettspielen erreichen oder meiden müssen. Gelangen sie auf ein Feld mit einem gegnerischen Team, müssen sie fliehen
oder in einem Wettstreit bestehen.

 

Bei der Auseinandersetzung mit der anderen „Gang“ kann es zu einem virtuellen Energieverlust kommen, der dann auf einem anderen Feld wieder aufgetankt werden muss. Ziel ist es, möglichst viele gegnerische Felder zu erobern. Dazu müssen sich die Spieler tatsächlich
in der Bremer Innenstadt bewegen.

 

Das Spiel ist allerdings nur Mittel zum Zweck. Es soll helfen, Darstellungsformen zu entwickeln, die auch auf kleineren Bildschirmen funktionieren. „Wichtig sind leicht handhabbare Strukturen, die sich wechselnden Situationen flexibel anpassen. Diese neuen Formate können spielerisch am besten erprobt werden. Auch Emotionen spielen beim Design zunehmend eine Rolle, und auch die können wir beim Spiel wunderbar testen", erklärt Projektleiterin Professor Barbara Grüter.

 

Die Entwicklung des Spiels bis zur Marktreife würde 200 000 Euro verschlingen. Für die Teilnahme könnte man dann pro Spieler 20 Euro verlangen, meint Grüter. Die Hardware schlägt pro Spieler mit rund 1 000 Euro zu Buche. In Bremen ist sie drittmittelfinanziert. Die Stadtbibliothek hat Interesse signalisiert, sie könnte das Spiel etwa in ihrer „Multimedia Spielwiese“ bereithalten. Eine weitere Zielgruppe sind schon existierende Spielergemeinschaften, die Spielevents veranstalten wollen.

 


An der Hochschule Bremen studieren 8 000 Studenten, davon sind etwa 250 für den Studiengang Digitale Medien eingeschrieben. Beim Gütersloher Hochschulranking, dem CHE-Ranking, landete die Hochschule imApril in der Spitzengruppe, was die Studentenbetreuung und den Praxisbezug betrifft.



Weitere Informationen zu diesemThema finden Sie unter: www.hs-bremen.de

 

Quelle: Handelsblatt http://www.handelsblattmachtschule.de/bin/pdf/oekoub2/oe_u_b_2_93. pdf

 


 
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